Logbuch

23. Juli 2018

Vorbereitungen

Ein Job erledigt. Zwei neue gefunden. So geht es, wenn man an einem betagten Boot arbeitet. Als wir Anfang des Jahres nach San Blas segelten, bemerkten wir Kerben im Achterstag. Also Achterstag wechseln, und damit sich’s lohnt auch noch die Unterwanten und Aussenwanten wechseln. Das sind die Edelstahldrähte, die den Mast im Lot halten. Als wir das neue Vorstag festmachten, sahen wir einen kosmetischen Makel am Beschlag des Vorstags. Also Vorstag wieder ab und Beschlag zum Schweisser.

Vor unserer Reise nach San Blas hatte sich das Windinstrument verabschiedet. Was war kaputt - Sensor, Display und das Kabel dazwischen, mit einem Wort: alles. Also Chip im Sensor getauscht, aus zwei defekten Displays ein Heiles gemacht und Masseleitung von der Mastlaterne angezapft. Hurra, es geht wieder.

Dann machte ich den Fehler, die Abdeckungen der anderen Instrumente abzunehmen. Au Backe - das sah doch neulich noch besser aus. Die Displays waren doch noch lesbar. Nun haben sie einen dicken schwarzen Klecks in der Mitte.

Instrumente fehlen

Gähnende Leere wo sonst Geschwindigkeits- und Tiefenanzeige wohnen. Das "neue" Windinstrument ist schon oben rechts eingebaut.

Vor meinem geistigen Auge ratterten Zahlen mit Dollarzeichen durch und blieben dann irgendwo bei 1000 USD stehen. Kurz bevor ich am Abheben war meinte Laura, ich solle mal locker bleiben. Findig wie immer hatte sie einen Tag später in den USA Ersatz LCD-Anzeigen gefunden, die der Händler normalerweise einbaut. Allerdings sind seine Kunden normalerweise nicht in Panama. Er warnte uns, dass das Auswechseln nur mit Elektroniklötkolben, Vakumpumpe und viel Löterfahrung gehen würde. Debi brachte uns die Teile aus den USA mit. Ich spitzte mir einen 3$ Supermarktlötkolben mit einer Feile an und stapelte zwei Lesebrillen übereinander auf die Nase. Ein Paar Stunden später hatten unsere Displays nagelneue LCD-Anzeigen. Etwas skeptisch schloss ich sie wieder an. Schalter an und - nix. Schade! Ach ja, die Sicherung hatte ich rausgeschraubt. Das die Instrumente nun auch tatsächlich wieder funktionieren ist der Lohn der Angst.

Alle Instrumente funktionieren

Reparieren statt Ersetzen. Mit neuen LCD-Anzeigen konnten wir unsere Geschwindigkeits- und Tiefenanzeigen wieder beleben. Jetzt funktionieren alle Instrumente!

- Thorsten

11. Juni 2018

Panama Kanal – der erste Schritt

Lange Zeit nichts gelesen… Wir sind in Shelter Bay Marina in Panama and bereiten uns und unser Schiff vor, um bald durch den Panama-Kanal in den Pazifik zu fahren.

Heute war ein wichtiger Tag – wir haben das Formular, um uns bei der Kanalbehörde anzumelden und einen Vermessungstermin auszumachen, ausgefüllt! Beim Vermessungstermin kommt der Vermesser, um die gesamte Länge des Bootes zu messen und zu kontrollieren, ob alle notwendigen Geräte wie Schallsignalgerät und eine Toilette an Bord sind. Auch mit dem Anker am Bug und der Windfahne am Heck sind wir unter 50 Fuß, also machen wir uns wegen der Besichtigung keine Sorgen (50 Fuß ist die magische Länge über der die Kanalgebühren erheblich höher werden).

Ein weiterer Erfolg heute – Thorsten hat unsere neuen Unterwanten eingebaut. Wir haben vor einigen Wochen unser Achterstag ersetzt. Als wir danach die Steuerbord-Unterwant runternahmen, entdeckten wir, dass der innere Konus des Norseman-Terminals einen kleinen Riss hatte. Wir hatten keine weiteren Ersatzteile, and die sind auch nicht so einfach zu finden, da Norseman vor einigen Jahren das Geschäft aufgab. Zum Glück fanden wir eine Firma in den USA, die noch Ersatzkoni hat. Wir liessen sie nach Panama schicken, und sie sind letzte Woche angekommen! Jetzt können wir damit weitermachen, unser stehendes Gut auszuwechseln.

Die Norseman-Koni sind angekommen!

Endlich sind sie da! Thorsten zeigt einen unserer neuen Norseman-Koni. Darunter, die Rolle mit unserem neuen Drahtseil.

Wir werden im Pazifik für lange Strecken unterwegs sein – die längste davon ungefähr ein Monat nach Franzözisch Polynesien. Ein anderer Segler hat uns ein Dörrer geschenkt, und den haben wir letzte Woche zum ersten Mal ausprobiert. Ich trocknete Mango und Ananas. Die getrockneten Früchte werden unterwegs leckere Snacks sein, wenn wir kein frisches Obst mehr haben – wenn sie überhaupt so lange halten! Sie sind so lecker, besonders die Ananas, dass wir sie auch sofort aufessen könnten.

In dem Doerrer werden Mango und Ananas getrocknet

Schade, dass das Internet keine Gerüche übertragen kann. Die getrockneten Mango- und Ananasstücke duften fleißig vor sich hin.

Die Vorbereitungen laufen und wir halten euch auf dem Laufenden!

- Laura

Alle Logbucheinträge

Hier finden Sie unsere früheren Logbucheinträge:

Jan. 2016 - Dez. 2017

Jan. - Dez. 2015

Ein Rückblick auf das Jahr 2014

Jan. - Dez. 2014

Okt. - Dez. 2013

März - Sept. 2013