Logbuch

29. August 2018

Unser Dinghi - CRIB wird zur Jaffa-Kiste

Unser Beiboot, von dem wir so stolz im März 2013 berichteten, wird vom Hersteller als CRIB (Collapsable Rigid Inflatable Boat) bezeichnet. Die Idee ist brilliant. Ein festes, faltbares Boat mit Schläuchen kombiniert die Vorteile eines Schlauchbootes mit dem eines festen Bootes. Das Material der Schläuche, so wurde uns versichert, war das Beste vom Besten - UV-beständig, tropentauglich und was noch alles…

Als wir es in Trinidad geliefert bekamen, waren wir auch zunächst zufrieden (Englischer Eintrag 10 März 2013). In einigen Details allerdings war die Qualität nicht wie ich es von einem Boot dieser Preisklasse (Listenpreis knapp 8000 USD) erwartet hätte. Verzinkte Schrauben und Muttern und Aluminiumnieten haben in einem für Salzwasser gebauten Boot nichts zu suchen. Das Verpackungsmaterial war in einigen Bereichen mit eingebaut. Die Schläuche sprangen im vordern Bereich aus ihren Schienen raus. Aber im Großen und Ganzen war das nichts, was man nicht mit Bordmitteln heilen könnte.

Nun haben wir das gute Stück Anfang des Jahres, als es nach San Blas ging, unter der Haube hervorgezaubert und - was war das - die Schläuche lösten sich in Wohlgefallen auf. Nicht ganz in Wohlgefallen sondern eher in kleine Plastikbrösel. Leider hielten die Schläuche auch nicht mehr die Luft. Die gute Nachricht ist: Es schwamm noch. Wir mussten nur permanent Brösel einsammeln und einmal am Tag pumpen, aber die feste Schale ist noch gut wie eh und je. Und sie schwimmt auch ohne die Schläuche.

Leider sind auch die Sitze aus dem Brösel-Schlauch-Material gemacht. Und die Sitze halten den Rumpf in Form. Um den wabbeligen Rumpf zu versteifen habe ich nun begonnen, die tragenden Schlauchteile und Sitze durch Sperrholz zu ersetzen. Damit dafür nicht extra Bäume sterben müssen, baue ich alles aus recyceltem Sperrholz. So werden alte Kisten und Regale in unserem Dinghi verbaut.

tl_files/content/rdw/Logbook Photos/18-08-29-Portabote1.jpg

Eben noch ein Regal - bald ein Spant für unser faltbares Dinghy.

Um das Faltboot daran zu hindern, dass es sich mit Besatzung zusammenfaltet, kommen vier Querspanten rein. Damit die Besatzung auch was zum Sitzen hat, gibt es noch zwei Bänke.

tl_files/content/rdw/Logbook Photos/18-08-29-Portabote.jpg

Drei der vier Spanten sind fertig. Irgendwie denke ich mir wären Mast und Segel auch eine gute Idee...

- Thorsten

23. Juli 2018

Vorbereitungen

Ein Job erledigt. Zwei neue gefunden. So geht es, wenn man an einem betagten Boot arbeitet. Als wir Anfang des Jahres nach San Blas segelten, bemerkten wir Kerben im Achterstag. Also Achterstag wechseln, und damit sich’s lohnt auch noch die Unterwanten und Aussenwanten wechseln. Das sind die Edelstahldrähte, die den Mast im Lot halten. Als wir das neue Vorstag festmachten, sahen wir einen kosmetischen Makel am Beschlag des Vorstags. Also Vorstag wieder ab und Beschlag zum Schweisser.

Vor unserer Reise nach San Blas hatte sich das Windinstrument verabschiedet. Was war kaputt - Sensor, Display und das Kabel dazwischen, mit einem Wort: alles. Also Chip im Sensor getauscht, aus zwei defekten Displays ein Heiles gemacht und Masseleitung von der Mastlaterne angezapft. Hurra, es geht wieder.

Dann machte ich den Fehler, die Abdeckungen der anderen Instrumente abzunehmen. Au Backe - das sah doch neulich noch besser aus. Die Displays waren doch noch lesbar. Nun haben sie einen dicken schwarzen Klecks in der Mitte.

Instrumente fehlen

Gähnende Leere wo sonst Geschwindigkeits- und Tiefenanzeige wohnen. Das "neue" Windinstrument ist schon oben rechts eingebaut.

Vor meinem geistigen Auge ratterten Zahlen mit Dollarzeichen durch und blieben dann irgendwo bei 1000 USD stehen. Kurz bevor ich am Abheben war meinte Laura, ich solle mal locker bleiben. Findig wie immer hatte sie einen Tag später in den USA Ersatz LCD-Anzeigen gefunden, die der Händler normalerweise einbaut. Allerdings sind seine Kunden normalerweise nicht in Panama. Er warnte uns, dass das Auswechseln nur mit Elektroniklötkolben, Vakumpumpe und viel Löterfahrung gehen würde. Debi brachte uns die Teile aus den USA mit. Ich spitzte mir einen 3$ Supermarktlötkolben mit einer Feile an und stapelte zwei Lesebrillen übereinander auf die Nase. Ein Paar Stunden später hatten unsere Displays nagelneue LCD-Anzeigen. Etwas skeptisch schloss ich sie wieder an. Schalter an und - nix. Schade! Ach ja, die Sicherung hatte ich rausgeschraubt. Das die Instrumente nun auch tatsächlich wieder funktionieren ist der Lohn der Angst.

Alle Instrumente funktionieren

Reparieren statt Ersetzen. Mit neuen LCD-Anzeigen konnten wir unsere Geschwindigkeits- und Tiefenanzeigen wieder beleben. Jetzt funktionieren alle Instrumente!

- Thorsten

11. Juni 2018

Panama Kanal – der erste Schritt

Lange Zeit nichts gelesen… Wir sind in Shelter Bay Marina in Panama and bereiten uns und unser Schiff vor, um bald durch den Panama-Kanal in den Pazifik zu fahren.

Heute war ein wichtiger Tag – wir haben das Formular, um uns bei der Kanalbehörde anzumelden und einen Vermessungstermin auszumachen, ausgefüllt! Beim Vermessungstermin kommt der Vermesser, um die gesamte Länge des Bootes zu messen und zu kontrollieren, ob alle notwendigen Geräte wie Schallsignalgerät und eine Toilette an Bord sind. Auch mit dem Anker am Bug und der Windfahne am Heck sind wir unter 50 Fuß, also machen wir uns wegen der Besichtigung keine Sorgen (50 Fuß ist die magische Länge über der die Kanalgebühren erheblich höher werden).

Ein weiterer Erfolg heute – Thorsten hat unsere neuen Unterwanten eingebaut. Wir haben vor einigen Wochen unser Achterstag ersetzt. Als wir danach die Steuerbord-Unterwant runternahmen, entdeckten wir, dass der innere Konus des Norseman-Terminals einen kleinen Riss hatte. Wir hatten keine weiteren Ersatzteile, and die sind auch nicht so einfach zu finden, da Norseman vor einigen Jahren das Geschäft aufgab. Zum Glück fanden wir eine Firma in den USA, die noch Ersatzkoni hat. Wir liessen sie nach Panama schicken, und sie sind letzte Woche angekommen! Jetzt können wir damit weitermachen, unser stehendes Gut auszuwechseln.

Die Norseman-Koni sind angekommen!

Endlich sind sie da! Thorsten zeigt einen unserer neuen Norseman-Koni. Darunter, die Rolle mit unserem neuen Drahtseil.

Wir werden im Pazifik für lange Strecken unterwegs sein – die längste davon ungefähr ein Monat nach Franzözisch Polynesien. Ein anderer Segler hat uns ein Dörrer geschenkt, und den haben wir letzte Woche zum ersten Mal ausprobiert. Ich trocknete Mango und Ananas. Die getrockneten Früchte werden unterwegs leckere Snacks sein, wenn wir kein frisches Obst mehr haben – wenn sie überhaupt so lange halten! Sie sind so lecker, besonders die Ananas, dass wir sie auch sofort aufessen könnten.

In dem Doerrer werden Mango und Ananas getrocknet

Schade, dass das Internet keine Gerüche übertragen kann. Die getrockneten Mango- und Ananasstücke duften fleißig vor sich hin.

Die Vorbereitungen laufen und wir halten euch auf dem Laufenden!

- Laura

Alle Logbucheinträge

Hier finden Sie unsere früheren Logbucheinträge:

Jan. 2016 - Dez. 2017

Jan. - Dez. 2015

Ein Rückblick auf das Jahr 2014

Jan. - Dez. 2014

Okt. - Dez. 2013

März - Sept. 2013